Natur & Wandern

Picknick mit Aussicht: Die 5 schönsten Plätze in der Eifel (2026)

ausflug-check.de

Es gibt kaum etwas Besseres als eine Decke, einen Korb und einen Blick, der einfach nicht aufhört. Die Eifel ist dafür gemacht: erloschene Vulkane, Stauseen, Hochebenen, und mittendrin ein ganzes Netz offiziell ausgewiesener Aussichtspunkte, die schlicht „Eifel-Blicke” heißen. Viele von ihnen haben eine Sitzgruppe oder einen Picknicktisch – du musst also nicht mal auf dem Boden sitzen.

Hier sind fünf davon, sortiert nach dem, was für uns zählt: Wie gut kommst du ohne Auto hin? Denn genau daran scheitern die meisten Eifel-Listen. Sie zeigen ein Foto und nennen dir eine Landstraße.

Eine Sache vorweg, die deinen Sommer 2026 betrifft: Auf der Eifelstrecke zwischen Köln und Trier fahren seit dem 30. März 2026 wieder durchgehend Züge, und das soll bis 25. März 2027 so bleiben. Aber von Anfang Mai bis Ende November 2026 wird an den Wochenenden zwischen Kall und Euskirchen elektrifiziert – dort ersetzen dann Busse die Züge. Ausgerechnet samstags und sonntags, wenn du picknicken willst. Die gute Nachricht: Die Rurtalbahn von Düren nach Heimbach ist eine andere Strecke und davon nicht betroffen. Wer am Wochenende in den Nationalpark will, fährt also besser über Düren.

Die 5 schönsten Picknickplätze mit Aussicht in der Eifel


01 — Eifel-Blick „Schöne Aussicht”, Nideggen-Schmidt

Aussicht: Panorama über den Rursee zum Kermeter · Höhe: 415 m (Simonsley) · Ausstattung: Bänke & Picknicktisch

🚌 Anreise: Buslinie 210 bis Schmidt Kirche 🥾 Rurseeblick-Runde [50]: 6,5 km, ca. 2 Std

Warum hier?

Dieser Platz macht seinem Namen alle Ehre – und er ist der pragmatischste der ganzen Liste. Der Eifel-Blick liegt am östlichen Ortsrand von Schmidt auf einer Anhöhe namens Simonsley, 415 Meter hoch, und öffnet den Blick nach Südosten bis Südwesten über den Rursee. Gegenüber erhebt sich der Kermeter, eine der Kernzonen des Nationalparks Eifel. Es stehen Bänke und ein Picknicktisch bereit, du musst also nichts weiter tun, als auszupacken.

Ankunft & Weg

Schmidt gehört zu Nideggen im Kreis Düren und ist mit der Buslinie 210 bis zur Haltestelle Schmidt Kirche erreichbar. Von dort sind es wenige Minuten zu Fuß durch den Ort bis ans östliche Ende der Straße „Schöne Aussicht”. Das Deutschlandticket gilt.

💡 Pro-Tipp: Der Aussichtspunkt ist gleichzeitig Start und Ziel der Rurseeblick-Runde, Wanderweg Nummer 50 – 6,5 Kilometer, rund zwei Stunden. Das ist die einzige Kombination dieser Liste, die mit Kita-Kindern realistisch bleibt: kurz genug, dass niemand quengelt, und du siehst den Rursee zweimal, einmal beim Aufbruch und einmal als Belohnung. Wichtig ist nur, vor der Abfahrt den Rückfahrt-Takt der 210 zu prüfen. Am späten Nachmittag wird er dünn, und Schmidt ist kein Ort, an dem du gern zwei Stunden auf den nächsten Bus wartest.


02 — Eifel-Blick „Hirschley”, Wilder Kermeter

Aussicht: Rursee und die Steilhänge des Nordufers · Höhe: 512 m · Besonderheit: barrierefrei erreichbar

🚆 Anreise: RB21 bis Heimbach, dann zu Fuß auf den Kermeter ♿ Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter

Warum hier?

Der Hirschley liegt auf dem Bergrücken Kermeter, mitten im Nationalpark, 512 Meter hoch, und gilt als einer der besten Aussichtspunkte der gesamten Region. Vor dir der Rursee, dahinter die bewaldeten Steilhänge des Nordufers – Wald, so weit du schaust.

Das eigentlich Bemerkenswerte steht aber selten in den Listicles: Der Hirschley gehört zum Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter, der ausdrücklich barrierefrei angelegt wurde. Die Wege dorthin sind für Rollstühle und Kinderwagen befahrbar. Bei einem Aussichtspunkt auf 512 Metern ist das die absolute Ausnahme.

Ankunft & Weg

Der schönste Zugang für Bahnfahrende führt über Heimbach: Die Rurtalbahn RB21 fährt ab Düren in rund einer Stunde bis zum Endbahnhof Heimbach, mindestens stündlich, täglich. Von dort geht es zu Fuß hinauf auf den Kermeter – eine ausgeschilderte Tageswanderung. Wer es kürzer mag, nutzt den Zugang über den Parkplatz Kermeter und die Ausschilderung „Hirschley” (etwa 2 km).

💡 Pro-Tipp: Die Anreise über Heimbach ist im Sommer 2026 doppelt klug. Erstens ist die Rurtalbahn von den Wochenend-Bauarbeiten zwischen Kall und Euskirchen nicht betroffen, du kommst also samstags ohne Ersatzbus durch. Zweitens ist Heimbach zugleich Nationalpark-Tor: Die Haltestelle heißt schlicht „Heimbach Bf”, die Infostelle liegt direkt dort. Wer zuerst reinschaut, bekommt die aktuellen Wegesperrungen mit – im Nationalpark ändern die sich häufiger, als es online sichtbar wird.


03 — Urfttalsperre: Picknick auf der Staumauer

Aussicht: Urftsee und Staumauer von 1905 · Anschluss: Elektroschiffe auf dem Obersee · Region: Nationalpark Eifel

🚆 Anreise: RB21 bis Heimbach oder SB63 bis Einruhr ⚓ Schifffahrt kostet extra

Warum hier?

Die Staumauer der Urfttalsperre wurde 1905 fertiggestellt und war damals das größte Bauwerk ihrer Art in Europa – Vorbild für zahlreiche spätere Talsperren. Von der Mauer aus hast du zwei völlig verschiedene Blicke: hinaus über die Wasserlandschaft und hinab auf das Bauwerk selbst. Ein Picknick zwischen Ingenieursgeschichte und Stille.

Ankunft & Weg

Zwei Wege: mit der RB21 bis Heimbach oder mit dem Bus SB63 ab Aachen Hbf bis Einruhr, von dort zu Fuß. Beides ist mit dem Deutschlandticket abgedeckt.

Was nicht abgedeckt ist: die Schifffahrt. Auf dem Obersee verkehren die beiden Elektroschiffe „St. Nikolaus” und „Seensucht” – fast lautlos, und sie bringen dich an Uferstellen, die zu Fuß mühsam und mit dem Auto gar nicht erreichbar sind. Auf dem Rursee selbst fahren die größeren Schiffe „Stella Maris” und „Aachen”. Saison 2026: 28. März bis 1. November, etwa 11 bis 18 Uhr. Eine Rundfahrt kostet 10 Euro (Kinder 5 Euro), eine einzelne Teilstrecke 2 beziehungsweise 1 Euro, die Familienkarte 26 Euro.

💡 Pro-Tipp: Rechne nicht in Rundfahrten, sondern in Teilstrecken. Zwei Euro für eine Fahrt ans andere Ufer sind der günstigste Weg zu einem Picknickplatz, an dem sonst niemand sitzt – die Rundfahrt für zehn Euro bringt dir dagegen vor allem Zeit auf dem Wasser, nicht am Ufer. Und plane die letzte Fahrt ein: Um 18 Uhr ist Schluss, danach hilft nur noch Laufen. Zwischen Heimbach und dem Anleger Schwammenauel pendelt die Rursee-Bahn passend zu den Schiffszeiten – bequem, aber ebenfalls ein touristisches Angebot, das extra kostet.


04 — Eifel-Blick Schloscheid, Gefell (Vulkaneifel)

Aussicht: rund 60 km – Vulkankegel, Moseltal, Hunsrück · Ausstattung: Sitzgruppe der Gemeinde · Ehrlich: ohne Auto aufwendig

🚏 Anreise: mehrere Umstiege, dünner Takt – Rückfahrt vorher prüfen

Warum hier?

Von hier reicht die Sicht bei klarem Wetter rund sechzig Kilometer weit: über die Vulkankegel der Eifel, hinweg über das Moseltal, bis zu den Höhen von Hunsrück und Hochwald. Die Gemeinde Gefell hat eine Sitzgruppe aufgestellt.

Der Name verrät die Geologie: „-scheid” steht für Wasserscheide. Von dieser Anhöhe aus fließen die Quellbäche entweder nordwestlich in die Lieser oder südöstlich in den Üssbach. Und der Weg, auf dem du stehst, ist alt – er folgt einer römischen Fernstraße. Im Volksmund heißt er „Ferkelsstraße”, weil Bauern und Viehhändler hier ihre Tiere zum Markt nach Kelberg trieben. Dieselbe Route nutzen bis heute die Matthiasbruderschaften, die von Rhein und Ahr zur Abtei St. Matthias nach Trier pilgern. Du picknickst also auf einer Straße, die seit rund zweitausend Jahren benutzt wird.

Ankunft & Weg

Und hier die ehrliche Einschätzung: Das ist der schwierigste Platz dieser Liste. Gefell liegt in der Vulkaneifel zwischen Daun und Kelberg, und Daun hat seit 1991 keinen Personenzugverkehr mehr – die Eifelquerbahn ist stillgelegt, eine Reaktivierung wird seit Jahren diskutiert, ist aber nicht umgesetzt. Der nächste Bahnhof ist Gerolstein, von dort geht es mit Regionalbussen weiter, mit Umstieg und dünnem Takt.

💡 Pro-Tipp: Wenn du diesen Platz ansteuerst, dann als Ganztagestour und mit vorher fest eingeplanter Rückfahrt – nicht als Spontanidee. Die lohnendste Variante ist die HeimatSpur „Afelskreuzrunde”: 9,9 Kilometer, rund drei Stunden, 190 Höhenmeter, und sie führt am Afelskreuz vorbei genau über diesen alten Pilgerweg. Wer die Vulkaneifel mit dem D-Ticket erkunden will, hat es leichter, wenn er Gerolstein selbst zum Ausgangspunkt macht: Dort halten die Züge, und von dort fahren die Busse sternförmig ab.


05 — Eifel-Blick „Zur Hardt” bei Weinsheim (Westeifel)

Aussicht: weite Fernsicht über Naturschutzgebiete · Charakter: still, kaum besucht · Region: Prümer Land

🚌 Anreise: Bahn bis Gerolstein, dann Bus Richtung Prüm (ca. 35 Min)

Warum hier?

Die Westeifel rund um Prüm ist der Teil der Eifel, den die Reisebusse auslassen. „Zur Hardt” bei Weinsheim ist genau das: ein Aussichtspunkt über Naturschutzgebiete und weites Land, an dem du an einem normalen Werktag mit einiger Wahrscheinlichkeit allein sitzt. Kein Kiosk, kein Parkplatzgedränge, keine Warteschlange am Fotospot. Wer Stille als Reisegrund akzeptiert, ist hier richtig.

Ankunft & Weg

Gerolstein ist der Schlüssel. Der Bahnhof liegt an der Eifelstrecke, von dort fährt die Buslinie 460 in rund 35 Minuten nach Prüm, weitgehend stündlich; Weinsheim liegt auf dem Weg. Das Deutschlandticket gilt für Bahn und Bus.

💡 Pro-Tipp: Die Kombination, die diesen Ausflug rund macht: Gerolstein hin, Weinsheim raus, und auf dem Rückweg in Gerolstein noch eine Stunde bleiben. Der Ort liegt mitten im Geopark, und rund um den Bahnhof kommst du zu Fuß an Dolomitfelsen und Mineralquellen. So wird aus einem einzelnen Aussichtspunkt ein voller Tag – ohne einen Meter Autofahrt. Prüfe nur den letzten Bus zurück nach Gerolstein, bevor du dich hinsetzt; in der Westeifel endet der Betrieb früher, als Städter vermuten.


Das gehört in den perfekten Picknickkorb

Die Decke. Wasserdichte Unterseite ist Pflicht – die Eifel ist ein Mittelgebirge, das Gras ist auch nachmittags oft noch feucht. Für die felsigen Plätze (Hirschley, Schloscheid) ist eine dickere Decke deutlich angenehmer.

Essen & Trinken. Was nicht zerdrückt und keine Kühlkette braucht: Brot, Hartkäse, Obst, Nüsse. Mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person – an keinem der fünf Plätze gibt es einen Kiosk.

Praktisches. Müllbeutel (nicht verhandelbar), Feuchttücher, Insektenschutz, Sonnenschutz. Und eine Jacke, auch im Hochsommer: Auf 415 bis 512 Metern zieht regelmäßig Wind, und der Temperaturunterschied zum Tal ist spürbar.

Für den Genuss. Fernglas – über dem Rursee kreisen Greifvögel und Reiher, und vom Schloscheid aus lassen sich die einzelnen Vulkankegel erst mit Vergrößerung auseinanderhalten.

Die goldene Regel. Alles wieder mitnehmen. Im Nationalpark Eifel gilt zusätzlich: auf den Wegen bleiben, kein offenes Feuer, keine Drohnen. Es sind Schutzgebiete, keine Parks.

Zwei Extras, die kaum jemand kennt

Der Fahrradbus. An jedem Sonn- und Feiertag vom 30. März bis 28. Oktober fährt ein Bus mit Fahrradanhänger von Aachen direkt in den Nationalpark Eifel. Wer sein Rad mitnimmt, verbindet Bahn, Bus und Rad zu einem Tag, an dem kein Aussichtspunkt mehr zu weit weg ist.

Die GästeCard. Wer in der Nationalparkregion Eifel übernachtet, bekommt bei vielen Gastgebern die GästeCard – und fährt damit kostenlos Bus und Bahn in der Region. Für ein Wochenende mit mehreren Aussichtspunkten ist das die günstigere Rechnung als jedes Einzelticket.


Wenn dir das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, haben wir Indoor-Ideen für NRW bei Regen gesammelt. Und wer die Aussicht lieber flach und ohne Steigung hat: unsere Flachland-Touren für Wander-Anfänger.


Quellen: Nationalpark Eifel (Anreise, Nationalpark-Tore), DB Bahnprojekt Eifelstrecke (Bauablauf 2026), Rursee-Schifffahrt (Fahrplan und Preise 2026), Natur- und Geopark Vulkaneifel (Eifel-Blicke), Kreis Düren Tourismus (Eifel-Blick „Schöne Aussicht”, Rurseeblick-Runde).

Stand: Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr – Fahrpläne, Preise und Betriebszeiten ändern sich. Gerade in der Eifel gilt: Rückfahrt vor der Hinfahrt prüfen.

Häufige Fragen

Wie komme ich ohne Auto in den Nationalpark Eifel?
Über zwei Bahnhöfe: Kall (RE22 und RB24 ab Köln Hbf über Euskirchen) und Heimbach (Rurtalbahn RB21 ab Düren, rund eine Stunde, mindestens stündlich, täglich). Von Kall fährt der Bus SB82 zum Nationalpark-Zentrum Vogelsang, von Aachen Hbf der SB63 nach Einruhr und Rurberg. Das Deutschlandticket gilt auf allen diesen Linien.
Gibt es 2026 Bauarbeiten auf der Bahnstrecke in die Eifel?
Ja, und sie treffen ausgerechnet die Wochenenden. Auf der Eifelstrecke Köln–Trier fahren die Züge zwar vom 30. März 2026 bis 25. März 2027 wieder nahezu durchgehend, aber von Anfang Mai bis Ende November 2026 wird an den Wochenenden zwischen Kall und Euskirchen elektrifiziert – dort ersetzen dann Busse die Züge. Wer am Samstag oder Sonntag zum Picknick will, plant die Fahrzeit besser großzügig oder reist über Düren und Heimbach an, denn die Rurtalbahn ist davon nicht betroffen.
Welcher Picknickplatz eignet sich am besten für Familien?
Der Eifel-Blick „Schöne Aussicht" bei Nideggen-Schmidt. Er liegt am Ortsrand, hat Bänke und einen Picknicktisch, ist mit der Buslinie 210 bis Schmidt Kirche erreichbar, und die Rurseeblick-Runde drumherum ist mit 6,5 Kilometern und rund zwei Stunden auch für Kinderbeine machbar.
Welcher Platz ist barrierefrei erreichbar?
Der Hirschley. Er liegt im Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter, der ausdrücklich barrierefrei angelegt ist – die Wege dorthin sind für Rollstühle und Kinderwagen befahrbar. Das ist bei Aussichtspunkten die absolute Ausnahme.
Was kostet die Rursee-Schifffahrt und gilt das D-Ticket?
Nein, das Deutschlandticket gilt dort nicht. Die Rursee-Schifffahrt fährt 2026 vom 28. März bis 1. November, täglich etwa von 11 bis 18 Uhr. Eine Rundfahrt kostet 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder, eine einzelne Teilstrecke 2 beziehungsweise 1 Euro, die Familienkarte 26 Euro. Auch die Rursee-Bahn zwischen Heimbach und dem Anleger Schwammenauel ist ein touristisches Angebot und kostet extra.
Welcher Platz bietet die weiteste Aussicht?
Der Eifel-Blick Schloscheid bei Gefell in der Vulkaneifel: rund 60 Kilometer Fernsicht über die Vulkankegel und das Moseltal bis zum Hunsrück. Ehrlicherweise ist er zugleich der am schwersten erreichbare Platz dieser Liste – ohne Auto brauchst du mehrere Umstiege und einen genauen Blick auf die Rückfahrt.
Darf man in der Eifel überall picknicken?
In der freien Landschaft und an ausgewiesenen Rastplätzen ja. Im Nationalpark Eifel gilt zusätzlich: auf den Wegen bleiben, kein offenes Feuer, keine Drohnen, allen Müll wieder mitnehmen. Alle fünf Plätze dieser Liste sind offizielle „Eifel-Blicke" mit Sitzgelegenheit – dort bist du ausdrücklich erwünscht.