Natur & Wandern

Wasserfälle in Deutschland: die spektakulärsten – und wo du wirklich baden darfst (2026)

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Es gibt dieses eine Foto, das jeden Sommer durch die Timelines geistert: türkisblaues Wasser in einem Felsbecken, darüber ein Wasserfall, dahinter das Berchtesgadener Bergpanorama. Der „Natural Infinity Pool” am Königssee.

Was auf keinem dieser Bilder steht: Dieser Ort ist gesperrt. Die Verordnung des Landratsamts Berchtesgadener Land trat am 30. Juni 2021 in Kraft und gilt bis zum 31. Oktober 2026 – also den gesamten Sommer 2026 hindurch. Ranger ahnden Verstöße als Ordnungswidrigkeit; die Bußgelder beginnen dreistellig und können im Extremfall 25.000 Euro erreichen. Der Grund: Tausende Besucher hatten ein Netz aus Trampelpfaden von mehreren Kilometern Länge in den Hang getreten, der Oberboden war großflächig zerstört, dazu Müll, illegale Lagerfeuer und wiederholte Rettungseinsätze für Menschen, die im hochalpinen Gelände nicht mehr weiterkamen.

Wir stellen das an den Anfang, weil dieser Artikel sonst genau dieselbe Geschichte noch einmal auslösen würde. Deutschland hat großartige Wasserfälle. An einigen kannst du dich abkühlen. An vielen nicht. Und an manchen ist es lebensgefährlich oder schlicht verboten.

Hier kommt die Liste, sortiert nach genau dieser Frage.


Teil 1: Wasserfälle mit Gumpen – frei zugänglich, auf eigene Verantwortung

Eine Gumpe ist ein vom herabstürzenden Wasser ausgewaschenes Felsbecken. Eine Vorbemerkung, die selten jemand macht: Es gibt in Deutschland praktisch keine Wasserfall-Gumpe mit offizieller Badefreigabe. Was es gibt, sind frei zugängliche Naturdenkmäler außerhalb strenger Schutzzonen – ohne Aufsicht, ohne Wasserqualitätsprüfung, ohne Rettungsschwimmer. Die vier folgenden Orte gehören dazu. Was vor Ort auf einem Schild steht, sticht immer, was hier steht.


01 — Krai-Woog-Gumpen, Südschwarzwald

🚆 Anreise: Bad Säckingen oder Wehr, weiter mit Bus Richtung Görwihl 🆓 Frei zugänglich, Naturdenkmal

Ein tief ausgehöhltes Felsbecken im Schwarzenbächletal bei Görwihl, darüber ein Wasserfall, ringsum dichter Wald. Das Becken gilt als eines der größten seiner Art im Schwarzwald. Der Name ist alemannisch und beschreibt genau das Bild: laut tosender Wasserfall in einer Mulde. Als Naturdenkmal wurde die Stelle 1955 freigelegt, sie ist frei zugänglich.

💡 Pro-Tipp: Auf den Schildern rundum steht „Gletschermühle”, und das ist die Geschichte, die seit Jahrzehnten erzählt wird – ein Strudeltopf aus der Eiszeit. Fachleute bezweifeln das heute weitgehend. Die inzwischen vorherrschende Deutung: eine rein fluviatile Erosionsform, ausgewaschen erst nach der Eiszeit, allein durch die Kraft des fließenden Wassers. Das macht den Ort nicht weniger beeindruckend, aber du weißt dann mehr als das Schild. Praktisch: Die Anreise ist die schwierigste dieser Liste, der Südschwarzwald ist Busland. Prüfe die Rückfahrt, bevor du losfährst – sonntags wird der Takt sehr dünn. Im Winter ist der Zugang je nach Schneelage nicht immer möglich.


02 — Josefsthaler Wasserfälle, Schliersee

🚆 Anreise: Bahn bis Neuhaus (Schliersee), kein Umstieg ab München 🥾 Ab Neuhaus ca. 7 km, 200 hm, 2,5 Std

Kaskaden über bemooste Blöcke, dazwischen zahlreiche kleine Gumpen, ringsum Bergwald. Der untere, zwölf Meter hohe Hauptfall teilt sich an der Abbruchkante in mehrere Strähnen. Der Besuch kostet nichts, es gibt keine Öffnungszeiten, und die Runde ab Neuhaus ist mit rund 7 Kilometern, 200 Höhenmetern und zweieinhalb Stunden auch mit Kindern machbar.

💡 Pro-Tipp: Zwei Dinge, die den Tag besser machen. Erstens: Die Becken sind klein und der Fels dauerhaft nass – hier wird gesessen und gekühlt, nicht geschwommen und unter gar keinen Umständen gesprungen. Zweitens die Reihenfolge: Vormittags der Wasserfall, nachmittags der Schliersee. Du bist in zwanzig Minuten wieder unten am See, und dort kannst du dann wirklich schwimmen. Wer die Sache umgekehrt plant, steigt mittags in der Hitze auf. Und Achtung bei der Anfahrt: Das letzte Straßenstück zum Wasserfall ist für Anlieger gesperrt – ein Argument mehr, gleich mit der Bahn zu kommen.


03 — Bodetal, Harz

🚆 Anreise: Bahnhof Thale, ca. 15 Min bis zum Talausgang ⚠️ Bei Nässe anspruchsvoll

Die Bode hat sich hier die tiefste Felsenschlucht nördlich der Alpen gegraben: rund 200 Meter hohe Wände, Blockwerk, Strudeltöpfe. Der Weg von Thale nach Treseburg gehört zu den schönsten Wanderwegen Deutschlands, und an mehreren Stellen liegen ruhige, flache Abschnitte, an denen man die Füße ins Wasser hält.

💡 Pro-Tipp: Der Bodetal-Weg sieht auf Fotos gemütlicher aus, als er ist – glatte Felsplatten, streckenweise Drahtseilsicherung, und bei Nässe wird daraus eine ernsthafte Angelegenheit. Feste Schuhe sind hier keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Nach Starkregen führt die Bode viel Wasser: dann oben auf dem Weg bleiben, nicht ans Ufer absteigen. Der Rückweg lässt sich übrigens abkürzen – wer nicht die ganze Strecke zurücklaufen will, plant Treseburg als Endpunkt und prüft vorher die Busverbindung zurück nach Thale.


04 — Gertelbach-Wasserfälle, Bühlertal

🚆 Anreise: Bühl (Baden), weiter mit dem Bus ins Bühlertal 🌲 Schattiger Schluchtwald

Der freundlichste Wasserfall dieser Liste: kein einzelnes Spektakel, sondern eine ganze Kette moosgrüner Becken, bei der sich alle paar Schritte eine neue Stufe öffnet. Erschlossen über Holzstege und Treppen, mitten im schattigen Schluchtwald.

💡 Pro-Tipp: Der eigentliche Wert des Gertelbachs an heißen Tagen ist nicht das Becken, sondern der Wald drumherum. Eine enge, bewaldete Schlucht mit fließendem Wasser ist an einem 33-Grad-Tag spürbar kühler als jede Uferwiese – du musst dafür gar nicht hinein. Die Stege sind bei Nässe rutschig wie Schmierseife, und die Becken sind deutlich flacher, als sie aussehen. Weitere Ideen für Tage, an denen du der Hitze entkommen willst, haben wir in Ausflüge bei Hitze gesammelt.


Teil 2: Spektakulär – aber ohne Baden


05 — Röthbachfall, Nationalpark Berchtesgaden

🚌 Bus 841 im D-Ticket · ⛴️ Königssee-Schifffahrt extra 🚫 Nationalpark-Kernzone

Mit rund 470 Metern der höchste Wasserfall Deutschlands – ein hauchdünner Schleier, der über eine gewaltige Wand am Ende des Obersees fällt. Der Weg dorthin ist selbst das Erlebnis: mit der Bahn nach Berchtesgaden, mit dem Bus 841 an den Königssee, mit dem Elektroboot bis zur Endstation Salet und dann rund 45 Minuten am Obersee entlang.

Baden: nein, Nationalpark-Kernzone.

💡 Pro-Tipp: Das ist die legale Antwort auf den gesperrten Infinity Pool – dieselbe Kulisse, dasselbe türkise Wasser, nur eben von einem offiziellen Weg aus und ohne Bußgeldrisiko. Der entscheidende Planungshinweis: Die meisten Tagesgäste steigen in St. Bartholomä aus und fahren zurück. Du musst bis Salet durchfahren, der letzten Station – und dann die letzte Rückfahrt im Blick behalten, denn zu Fuß kommst du von dort nicht heraus. Der Bus 841 ist regulärer Nahverkehr und im D-Ticket enthalten, die Schifffahrt kostet extra.


06 — Triberger Wasserfälle, Schwarzwald

🚆 Anreise: Triberg an der Schwarzwaldbahn 🎟️ 7–8 € · Familie 20 € · unter 6 frei

Die bekanntesten Wasserfälle Deutschlands: Die Gutach stürzt über sieben Stufen rund 160 Meter hinab, erschlossen durch ein Wegenetz mit Aussichtspunkten. Sie werben mit dem Titel „höchste Wasserfälle Deutschlands” – der gehört streng genommen dem Röthbachfall, aber die bestausgebauten sind sie zweifellos. Kasse und Sommerpreise gelten seit dem 2. April 2026, täglich etwa 9 bis 19 Uhr.

💡 Pro-Tipp: Zwei Dinge, die den Eintritt in ein anderes Licht rücken. Erstens: Das Ticket gilt auch fürs Schwarzwaldmuseum und für Triberg-Fantasy – wer beides mitnimmt, zahlt für drei Attraktionen einmal. Zweitens: Das Gelände hat weder Schranken noch Zäune, es ist rund um die Uhr zugänglich, die Kasse ist nur tagsüber besetzt. Wer im ersten Morgenlicht kommt, hat die Fälle für sich, fotografiert ohne Menschen im Bild – und findet dann eben keine Kasse vor. Fair bleibt trotzdem: Wenn du ohnehin tagsüber da bist, ist das Kombiticket der bessere Deal. Und die Anreise mit der Schwarzwaldbahn ist eine der schönsten Bahnstrecken des Landes, allein dafür lohnt der Tag.


07 — Allerheiligen-Wasserfälle, Oppenau

🚆 Anreise: Oppenau, weiter mit dem Bus 🏛️ Klosterruine direkt daneben

Der Lierbach fällt über sieben Stufen insgesamt 83 Meter in die Tiefe. Weil das Wasser beckenartige Löcher in den Fels gescheuert hat, heißen die Fälle auch Büttensteiner Wasserfälle oder „Sieben Bütten”. Direkt daneben liegt die Ruine der Klosteranlage Allerheiligen, eine der stimmungsvollsten Deutschlands.

Baden ist hier nicht vorgesehen – die Becken liegen unmittelbar an der Steiganlage im Schutzgebiet.

💡 Pro-Tipp: Lauf die Anlage von unten nach oben, nicht umgekehrt. Von unten kommend öffnet sich Stufe für Stufe, und am Ende stehst du in der Klosterruine – die Dramaturgie stimmt. Wer oben am Parkplatz startet, hat den Höhepunkt nach zehn Minuten hinter sich und geht danach nur noch bergab. Die Kombination aus Wasserfall und Ruine ist auch bei bedecktem Himmel gut; für die Ruine ist diffuses Licht sogar das bessere.


08 — Uracher Wasserfall, Schwäbische Alb

🚆 Anreise: Bad Urach, ca. 30 Min zu Fuß 🪨 Lebender Tuffstein – nicht betreten

Ein 37 Meter hoher Schleier, der über eine Tuffsteinwand fällt. Im Winter gefriert er zu einer Eisorgel. Der Aufstieg zum Gütersteiner Wasserfall oberhalb lohnt zusätzlich.

Baden: nein – und hier ist der Grund kein Paragraf, sondern das Gestein.

💡 Pro-Tipp: Der Tuffstein hier ist lebendes Gestein. Er entsteht laufend neu, weil kalkhaltiges Wasser über Moose rieselt und der Kalk daran ausfällt – die Wand wächst also, Millimeter für Millimeter, über Jahrzehnte. Jeder Tritt auf diese Moospolster zerstört Wachstum, der nicht in einer Saison nachkommt. Das ist der seltene Fall, in dem „bitte auf den Wegen bleiben” keine Verwaltungsformel ist, sondern wörtlich zu nehmen: Du läufst hier auf etwas, das gerade entsteht.


Teil 3: Gesperrt – bitte nicht


09 — Gumpen am Königsbach-Wasserfall („Infinity Pool”), Königssee

⛔ Gesperrt bis 31. Oktober 2026 · Bußgeld bis 25.000 €

Der Bereich um die Gumpen am Königsbach-Wasserfall im Nationalpark Berchtesgaden ist aus Gründen des Naturschutzes gesperrt, damit sich die Natur erholen kann. Die Verordnung des Landratsamts Berchtesgadener Land gilt seit dem 30. Juni 2021 und läuft bis zum 31. Oktober 2026. Eine Verlängerung über 2026 hinaus ist bislang nicht beschlossen, gilt aber als sehr wahrscheinlich.

Es gibt keinen offiziellen Weg dorthin, das Gelände ist hochalpin, und bei Schneeschmelze besteht Lebensgefahr durch die Wassermassen. Ranger kontrollieren.

Die Alternative: Der Obersee mit dem Röthbachfall (Nummer 05) liefert dieselbe Kulisse – legal, sicher und mit dem Schiff erreichbar.

💡 Was du dir merken solltest: Das Datum. Bis Ende Oktober 2026 ist die Sache eindeutig. Danach hängt alles an einer Entscheidung, die noch aussteht. Wer im Spätherbst 2026 oder später plant, schaut vorher beim Landratsamt Berchtesgadener Land nach – und geht im Zweifel davon aus, dass die Sperrung weiterläuft.


Wasserfall-Sicherheit: die 7 Regeln

1. Niemals springen. Gumpen sind unübersichtlich, der Grund verändert sich mit jedem Hochwasser. Sprünge in unbekanntes Wasser sind eine der häufigsten Ursachen schwerer Wirbelsäulenverletzungen im Sommer.

2. Nie unter den Fall stellen. Herabstürzendes Wasser transportiert Steine mit. Was aus dreißig Metern fällt, hat Wucht.

3. Kälteschock ernst nehmen. Gumpenwasser liegt oft unter 12 Grad. Bei 30 Grad Außentemperatur führt der Sprung hinein zu Schnappatmung und kann Herzrhythmusstörungen auslösen. Langsam hineingehen, nie erhitzt, nie kopfüber.

4. Wetter im Einzugsgebiet prüfen, nicht bei dir. Ein Gewitter zehn Kilometer flussaufwärts lässt den Bach binnen Minuten anschwellen. Bei Gewitterwarnung: keine Klammen, keine Schluchten.

5. Nasser Fels ist Eis. Moos auf Granit hat praktisch keine Reibung. Feste Schuhe auf dem Zustieg, keine Badelatschen.

6. Nicht allein. In Schluchten gibt es häufig keinen Handyempfang. Sag jemandem, wohin du gehst.

7. Schilder sind keine Empfehlung. Sperrungen in Nationalparks und Schutzgebieten sind Verordnungen mit Bußgeldrahmen. Sie existieren, weil vor dir schon jemand dachte, sie gälten für andere.


D-Ticket-Knigge für Wasserfälle

Der Preis. Das Deutschlandticket kostet seit dem 1. Januar 2026 63 Euro im Monat. Alle Ziele dieser Liste erreichst du damit – bis auf die Königssee-Schifffahrt zum Röthbachfall.

Enthalten. Der RVO-Bus 841 zum Königssee ist regulärer Nahverkehr. Die Regionalbahn nach Neuhaus am Schliersee ebenfalls, ohne Umstieg ab München – achte dort auf die Zugteilung in Holzkirchen, du brauchst den Zugteil Richtung Bayrischzell.

Nicht enthalten. Königssee-Schifffahrt (privater Betreiber), Eintritt Triberger Wasserfälle, ICE- und IC-Verbindungen.

Die letzte Meile. Schwarzwald und Harz sind Busland. Die Takte sind dünn, sonntags noch dünner. Rückverbindung prüfen, bevor du in die Schlucht absteigst – und im Zweifel einen Bus früher nehmen.

Beste Zeit. Frühjahr für die Fotos, Hochsommer fürs Wasser. Zur Schneeschmelze führen die Fälle am meisten Wasser und sehen am spektakulärsten aus; zum Hineingehen taugen die Gumpen erst ab etwa Juli.


Wer lieber am Fluss als am Wasserfall liegt: unsere Übersicht der schönsten Flussstrände Deutschlands – dort steht ebenfalls dabei, wo Baden erlaubt ist und wo nicht. Und für einen Badetag statt einer Wanderung: die 10 schönsten Seen Bayerns ohne Auto.


Quellen: Landratsamt Berchtesgadener Land und Nationalpark Berchtesgaden (Sperrverordnung Gumpen am Königsbach, Laufzeit und Bußgeldrahmen), Stadt Triberg (Eintritt und Öffnungszeiten 2026), Schwarzwald Tourismus und Naturpark Südschwarzwald (Krai-Woog-Gumpen, Entstehungsgeschichte), Tourismusinformationen Schliersee (Josefsthaler Wasserfälle, Tourdaten), DLRG (Baderegeln, Kälteschock, Fließgewässer), Deutscher Wetterdienst (Unwetterwarnungen).

Stand: Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Sperrungen, Eintrittspreise und Buszeiten ändern sich – Beschilderung und Absperrungen vor Ort sind immer verbindlich, auch wenn hier etwas anderes steht.

Häufige Fragen

Ist der Infinity Pool am Königssee wieder offen?
Nein. Die Sperrverordnung für die Gumpen am Königsbach trat am 30. Juni 2021 in Kraft und läuft bis zum 31. Oktober 2026. Sie gilt also im gesamten Sommer 2026 – wer trotzdem hingeht, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Ob danach verlängert wird, ist noch nicht entschieden, gilt aber als sehr wahrscheinlich. Vor einer Tour im Spätherbst 2026 oder später also unbedingt beim Landratsamt Berchtesgadener Land nachsehen.
Wie hoch sind die Bußgelder am Königsbach-Wasserfall?
Ranger ahnden Verstöße als Ordnungswidrigkeit. Die Bußgelder beginnen im dreistelligen Bereich und können im Extremfall bis zu 25.000 Euro betragen. Hintergrund waren Trampelpfade von mehreren Kilometern Länge, großflächig zerstörter Oberboden, Müll, illegale Lagerfeuer und wiederholte Rettungseinsätze.
Was ist der höchste Wasserfall Deutschlands?
Der Röthbachfall im Nationalpark Berchtesgaden mit rund 470 Metern. Die Triberger Wasserfälle im Schwarzwald werben zwar mit dem Titel, sind aber mit rund 160 Metern Gesamtfallhöhe über sieben Stufen die bekanntesten und am besten erschlossenen – nicht die höchsten.
Was kosten die Triberger Wasserfälle 2026?
Erwachsene zahlen rund 7 bis 8 Euro, die Familienkarte kostet 20 Euro, Kinder unter 6 Jahren sind frei. Kasse und Sommerpreise gelten seit dem 2. April 2026, geöffnet ist täglich etwa von 9 bis 19 Uhr. Praktisch: Das Ticket schließt den Besuch des Schwarzwaldmuseums und von Triberg-Fantasy mit ein – wer beides mitnimmt, holt den Eintritt locker wieder raus.
Darf man an Wasserfällen in Deutschland überhaupt baden?
Es gibt in Deutschland praktisch keine Wasserfall-Gumpe mit offizieller Badefreigabe. Was es gibt, sind frei zugängliche Naturdenkmäler und Bachläufe außerhalb strenger Schutzzonen, an denen Abkühlen möglich ist – ohne Aufsicht, ohne Wasserqualitätsprüfung, auf eigene Verantwortung. In Nationalparks und Kernzonen von Naturschutzgebieten ist es dagegen regelmäßig untersagt. Die Beschilderung vor Ort entscheidet.
Wie kalt ist das Wasser in einer Gumpe?
Oft zwischen 8 und 14 Grad, auch im Hochsommer – Bergbäche werden nie richtig warm. Rechne mit ein bis zwei Minuten im Wasser und pack etwas Warmes für danach ein. Bei 30 Grad Außentemperatur ist der Sprung in so kaltes Wasser keine Erfrischung, sondern ein Kälteschock: Schnappatmung und Herzrhythmusstörungen sind die typischen Folgen.
Wann führen Wasserfälle am meisten Wasser?
Im Frühjahr zur Schneeschmelze und nach längeren Regenphasen – dann sehen sie am spektakulärsten aus. Zum Baden taugen die Gumpen aber erst ab etwa Juli: davor ist das Wasser zu kalt und die Strömung zu stark. Wer fotografieren will, kommt im Mai; wer hineinwill, im August.
Kann ich mit Kindern zu Wasserfällen?
Zu den erschlossenen ja. Triberg, Allerheiligen, Gertelbach und der Uracher Wasserfall haben gesicherte Wege, Treppen und Stege. Auch die Josefsthaler Wasserfälle sind als Familientour machbar: von Neuhaus aus rund 7 Kilometer und 200 Höhenmeter, etwa zweieinhalb Stunden. Kinder gehören dort an die Hand – nasser Fels, Höhe und Begeisterung sind genau die Kombination, bei der etwas passiert.