Grillen am See: Was wirklich erlaubt ist – und warum ein fehlendes Verbotsschild keine Erlaubnis ist
Es ist die klassische Sommerplanung: Badesachen, Kühltasche, Einweggrill aus dem Supermarkt, ab an den See.
Und es ist in den allermeisten Fällen nicht erlaubt.
Der Grund ist eine Regel, die genau andersherum funktioniert, als die meisten denken. Nicht „erlaubt, solange kein Verbotsschild dasteht” – sondern: nur dort erlaubt, wo es ausdrücklich erlaubt ist. Berlin formuliert das in seinem Grünanlagengesetz unmissverständlich: Grillen ist in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen verboten, Ausnahmen gelten nur auf besonders ausgewiesenen Flächen.
Die gute Nachricht: Es gibt Hunderte offizielle Grillplätze in Deutschland, viele davon direkt am Wasser. Man muss nur wissen, wie man sie findet.
Dieser Artikel erklärt zuerst die Rechtslage, zeigt dir dann an fünf großen Städten, wie unterschiedlich die Regeln tatsächlich sind – und gibt dir zum Schluss eine Methode, mit der du legale Plätze in deiner eigenen Region findest.
Die Rechtslage in fünf Sätzen
1. Die Grundregel ist umgekehrt, als die meisten denken. Für Seen gilt im Grundsatz dasselbe wie für öffentliche Parkanlagen: Ohne einen Hinweis, der das Grillen erlaubt, solltest du davon ausgehen, dass es untersagt ist. Ein fehlendes Verbotsschild ist keine Erlaubnis.
2. Es gibt keine bundesweite Regelung. Jedes Bundesland regelt es anders, und darunter regeln Städte und Gemeinden es über ihre Grünflächen-, Park- und Stadtordnungen noch einmal genauer. Deshalb kann ein See in einer Gemeinde freigegeben und der Nachbarsee zehn Kilometer weiter tabu sein. Wie groß diese Unterschiede sind, siehst du gleich im Städtevergleich.
3. In Schutzgebieten ist es kompromisslos verboten. In Nationalparks, Naturschutz-, Landschaftsschutz- und Wasserschutzgebieten, geschützten Biotopen und an Naturdenkmälern ist Grillen untersagt. Das ist für Seen die wichtigste Einschränkung überhaupt, denn viele der schönsten Badeseen liegen genau dort. Hannover ist ein gutes Beispiel: Grillen ist in der Stadt in Park- und Grünanlagen geduldet – am Altwarmbüchener See aber sind Grillen und offenes Feuer verboten, weil er im Landschaftsschutzgebiet liegt.
4. Wald ist praktisch immer tabu – und das Verbot endet nicht am Waldrand. Offenes Feuer im Wald ist generell verboten, Ausnahmen sind nur ausgewiesene Feuerstellen. Der Schutzabstand reicht darüber hinaus: Köln und Düsseldorf nennen jeweils 100 Meter zum Waldrand. Das trifft Waldseen fast vollständig.
5. Selbst offizielle Erlaubnisse können tagesaktuell wegfallen. Düsseldorf hebt die Grillerlaubnis in öffentlichen Grünanlagen automatisch auf, sobald der Graslandfeuerindex des DWD Stufe 4 erreicht – und stellt sie erst wieder her, wenn der Index auf Stufe 3 fällt. Bei ausgerufener Waldbrandgefahrenstufe 4 oder 5 kann das Grillen auch auf genehmigten Feuerstellen im Wald verboten sein.
Fünf Städte, fünf verschiedene Antworten
Wir haben die Regelungen für fünf große Städte direkt bei den Städten selbst nachgelesen, statt sie aus Ratgeberseiten zu übernehmen. Das Ergebnis ist deutlicher, als wir erwartet hatten – und es widerspricht an mehreren Stellen dem, was in Sekundärquellen kursiert.
Köln: am großzügigsten – mit einer langen Verbotsliste
Köln erlaubt das Grillen auf geeigneten öffentlichen Grünflächen grundsätzlich, solange weder Mensch noch Umwelt gefährdet oder beeinträchtigt werden. Das ist die liberalste der fünf Regelungen. Verboten ist es aber ausdrücklich unter anderem im Rheinpark und Rheingarten, im Stadtgarten, im Botanischen und Forstbotanischen Garten, auf ausgewiesenen Spielwiesen, Hundefreilaufflächen, Spiel- und Bolzplätzen, auf baumbestandenen Parkflächen und im Abstand bis zu 100 Metern zum Waldrand. Einweggrills sind nicht erlaubt.
Dazu gibt es vier speziell eingerichtete Grillplätze: auf den Vorflutflächen des Rheins in Rodenkirchen, im Stadtwald am Fort VI in Lindenthal, auf der südlichen Groov in Porz-Zündorf und am Poller Damm. Anmeldung ist bei keinem davon erforderlich, Toiletten gibt es an keinem.
💡 Pro-Tipp: Achte in Köln auf zwei Auflagen, die in der Praxis fast alle schönen Uferwiesen ausschließen. Erstens ist das Grillen auf baumbestandenen Parkflächen und unterhalb von Baumkronen untersagt. Zweitens nennt die Stadt einen Mindestabstand von 100 Metern zu Bäumen und Wohngegenden. Wer das ernst nimmt, landet fast automatisch auf den vier ausgewiesenen Plätzen – und genau so ist es gemeint.
Essen: nur acht Zonen, sonst nichts
Hier ist die Angabe, die in mehreren Ratgebern steht – Essen erlaube das Grillen an Ufern und in Parks grundsätzlich – schlicht falsch. Die Stadt hat acht Grillzonen eingerichtet: Stadtgarten und Nordpark (Bezirk I), Elsa-Brändström-Park (II), Gervinuspark (III), Kaiser-Wilhelm-Park (V), Grünanlage Hengler Straße und Hörster Feld (VII) sowie „Im Löwental”, das ehemalige Freibad Werden (IX). Sie sind vor Ort beschildert und mit roten Pollern markiert, gegrillt werden darf zwischen 10 und 21 Uhr.
In Stadtbezirken mit einer eingerichteten Grillzone ist das Grillen außerhalb dieser Zone nicht gestattet. Die Stadt nennt selbst das Beispiel, das für Seengänger am wichtigsten ist: Seit der Einrichtung der Zone im Löwental darf auf der Brehminsel in Werden nicht mehr gegrillt werden – ausgerechnet an dem Ort zwischen Ruhr und Baldeneysee, der in vielen älteren Empfehlungslisten noch als Grillspot steht. Das Bußgeld beginnt bei 150 Euro.
💡 Pro-Tipp: Die Essener Grillzonen sind besser ausgestattet, als der Name vermuten lässt: An jeder gibt es eine Entsorgungsstation mit Restmüllbehälter und einem eigenen Aschecontainer, dazu während der Saison ein Toilettenangebot. Das löst genau die zwei Probleme, an denen ein Grillabend im Grünen sonst scheitert. Grills stehen allerdings keine bereit, du bringst deinen eigenen mit. Und: Ballspielen ist in den Zonen nicht erlaubt.
Hannover: geduldet, nicht erlaubt – ein Unterschied mit Folgen
Hannover regelt das Grillen in der „Verordnung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung”. Danach ist Grillen in den öffentlichen Park- und Grünanlagen der Stadt geduldet – unter drei Bedingungen: ausschließlich Holzkohle in feuerfesten, mobilen Grillgeräten, der Grill außerhalb des Kronenbereichs von Bäumen, und die Kohle nach dem Grillen vollständig gelöscht und ordnungsgemäß entsorgt.
Untersagt ist es außerhalb öffentlicher Park- und Grünanlagen, auf Spielplätzen und Friedhöfen, in Wäldern, in Gartendenkmalen wie Maschpark, Großer Garten und Berggarten sowie in den Landschaftsschutzgebieten. Und damit fällt für Ausflügler die naheliegendste Option weg: Am Altwarmbüchener See sind Grillen und offenes Feuer verboten.
💡 Pro-Tipp: „Geduldet” ist kein Synonym für „erlaubt”, und der Unterschied ist praktisch relevant: Eine Duldung kann bei Trockenheit oder nach Beschwerden kurzfristig enden. Wenn du in Hannover auf Nummer sicher gehen willst, kannst du beim Bürger-Service im Fachbereich Umwelt & Stadtgrün direkt nachfragen, ob am Wunschort gegrillt werden darf (0511 / 168-43801). Das klingt umständlich, dauert aber weniger lang als die Diskussion mit dem Ordnungsamt.
Düsseldorf: geduldet, aber mit einem Schalter, der jederzeit umlegen kann
In Düsseldorf ist Grillen in Grünanlagen zulässig, solange kein ausdrückliches Verbot gilt – mit den üblichen Auflagen: keine Einweggrills, nicht direkt auf der Grasnarbe, Abstand zu Bäumen und Sträuchern, Glut vollständig löschen, Abfall mitnehmen. Im gesamten Stadtwald und bis 100 Meter an den Waldrand heran sind offenes Feuer und Grillen verboten. Verstöße können bis zu 1.000 Euro kosten.
Der entscheidende Punkt ist der Automatismus: Erreicht der Graslandfeuerindex des DWD Stufe 4, gilt in den öffentlichen Grünanlagen sofort ein Grillverbot – so geschehen zuletzt ab dem 25. Juni 2026. Aufgehoben wird es erst, wenn der Index wieder auf Stufe 3 oder darunter fällt. Offizielle Grillplätze bietet die Stadt in drei Freizeitanlagen an: Ulenbergstraße, Niederheider Wäldchen und Heerdt.
💡 Pro-Tipp: Für Seengänger ist Düsseldorf trotzdem die konkreteste Adresse dieser Liste. Am Unterbacher See unterhält der Zweckverband sechs Grillplätze – drei am Nordufer neben dem Bootsverleih, drei am Südufer neben der Surf- und Kiteschule. Jeder Platz hat einen fest installierten Grill, Tisch und Sitzgelegenheit; reserviert wird vorab online, es fällt ein Nutzungsentgelt an, Kohle bringst du selbst mit. Das ist der seltene Fall, in dem „Grillen am See” nicht Auslegungssache ist, sondern eine Buchungsbestätigung. Der See taucht aus gutem Grund auch in unseren Listen zu Seen für Familien mit Kleinkindern und den wärmsten Seen für Frühschwimmer auf.
Berlin: verboten, außer auf ausgewiesenen Flächen
Berlin ist in der Grundregel am strengsten und in der Umsetzung am uneinheitlichsten. Nach dem Grünanlagengesetz ist Grillen in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen verboten; erlaubt ist es nur auf ausgeschilderten Grillflächen. Zuständig für deren Ausweisung sind die Bezirksämter – die sie auch kurzfristig zurücknehmen können. Deshalb gibt es keine berlinweit gültige Antwort, sondern nur eine bezirkliche.
Und hier die Korrektur einer Zahl, die durch fast jeden Grillratgeber geistert: Die oft zitierten 5.000 Euro sind nicht das Bußgeld fürs Grillen an der falschen Stelle. Berlin nennt dafür ein Verwarnungs- bzw. Bußgeld von bis zu 20 Euro. Die 5.000 Euro gelten für das Ausheben von Grillgruben oder ähnliche Beschädigungen.
💡 Pro-Tipp: Das ändert nichts an der Rechtslage, aber es sortiert das Risiko richtig ein: Teuer wird in Berlin nicht das Grillen, sondern das Beschädigen. Wer die Grillgrube gräbt, Äste vor Ort sammelt, Asche in die Landschaft kippt oder Müll liegen lässt, landet in einer anderen Kategorie – und wenn daraus ein Brand entsteht, kommen Schadenersatz und strafrechtliche Folgen obendrauf. Wer sich für Berliner Gewässer interessiert: In unseren Geheimtipps für Seen rund um Berlin steht, welche Ufer überhaupt öffentlich zugänglich sind.
So findest du legale Grillplätze an Seen in deiner Nähe
Wir haben bewusst keine Liste mit zehn namentlich genannten Plätzen gebaut. Der Grund steht oben: Diese Erlaubnisse stehen in kommunalen Satzungen, die sich ändern – die Brehminsel in Essen ist genau dafür das Beispiel. Eine Liste wäre in zwei Saisons veraltet und könnte dich im schlimmsten Fall in ein Bußgeld schicken. Diese Methode dagegen funktioniert überall und bleibt gültig:
1. Auf der Gemeindeseite suchen. Suchbegriffe: „Grillplatz”, „Grillzone” oder „Grillen” plus Ortsname. Das ist die verlässlichste Quelle, weil sie die aktuelle Satzung wiedergibt. Bei Gemeinden und Kreisverwaltungsbehörden kannst du zusätzlich telefonisch erfragen, welche Plätze freigegeben sind.
2. Bei Strandbädern und Seebetreibern nachfragen. Viele bewirtschaftete Badeseen haben eigene Grillzonen mit fest installierten Grillstellen – oft der einfachste legale Weg, weil dort Infrastruktur, Müllentsorgung und Aufsicht ohnehin vorhanden sind. Der Unterbacher See ist das Musterbeispiel.
3. Campingplätze am See mitdenken. Auf vielen Plätzen ist Grillen erlaubt oder es gibt eine gemeinsame Feuerstelle. Wer ohnehin über eine Übernachtung nachdenkt: In unserem Guide zum günstigen Übernachten stehen die Regionen, in denen sich das anbietet.
4. Wald- und Graslandfeuerindex prüfen. Am Tag der Tour, nicht bei der Planung. Der DWD veröffentlicht beide Indizes regional und tagesaktuell – und wie das Düsseldorfer Beispiel zeigt, hängt an Stufe 4 mancherorts ein automatisches Verbot.
5. Vor Ort die Beschilderung lesen. Wo ausgeschildert ist, dass gegrillt werden darf, gilt diese Erlaubnis nur für die ausgewiesene Stelle – nicht für die Wiese fünfzig Meter weiter. In Essen sind die Zonengrenzen sogar mit roten Pollern markiert, damit darüber keine Diskussion entsteht.
Wo du gar nicht erst suchen solltest: Alpenseen in Schutzgebieten, Nationalparkflächen, Moor- und Heideseen, Vogelschutzgebiete und alle Seen mit Waldufer. Der Königssee, der Eibsee oder das Naturschutzgebiet Federsee sind wunderschön – aber grilltechnisch aussichtslos.
Die Grill-Knigge: 8 Regeln, die überall gelten
Auch auf legalen Plätzen gilt nicht alles:
1. Kein direkter Bodenkontakt. Der Standard quer durch alle geprüften Satzungen: ausreichender Abstand zwischen Glut und Grasnarbe. Praktisch heißt das hochbeiniger Grill statt Alu-Schale auf der Wiese. Essen verbietet ausdrücklich auch bodennahe Grills und Feuer in ausgehobenen Gruben.
2. Einweggrills möglichst gar nicht. Köln und Düsseldorf verbieten sie ausdrücklich. Ein kleiner Standgrill oder ein Gasgrill ist fast überall die unproblematischere Wahl.
3. Kein Brennmaterial vor Ort sammeln. Berlin und Essen nennen das eigens: Äste und Zweige aus dem Park sind kein Grillholz. Kohle und Anzünder bringst du mit.
4. Keine Brandbeschleuniger. Spiritus, Benzin und flüssige Anzünder sind fast überall verboten – wegen Stichflammen, nicht wegen Bürokratie.
5. Nicht unter Bäumen. Funkenflug setzt Zweige und Laub in Brand, und die Abstrahlhitze schädigt den Baum. Hannover formuliert es als Kronenbereich, Köln als Zwei-Meter-Regel plus 100 Meter Abstand zu Bäumen.
6. Glut richtig löschen und Asche mitnehmen. Mit Wasser ablöschen, nicht „ausgehen lassen” – Kohle glüht stundenlang nach. Heiße Asche in einem Papierkorb ist eine der häufigsten Brandursachen im Sommer. Wo es Aschecontainer gibt (Essen), nutze sie.
7. Müll komplett mitnehmen. Der Punkt, an dem Grillverbote üblicherweise entstehen. Jeder gesperrte Grillplatz war einmal offen.
8. Rücksicht auf andere. Wo Grillen unter Erlaubnisvorbehalt steht, ist es nur zulässig, wenn keine Gefahr und keine erhebliche Belästigung durch Rauch, Geruch und Flugasche entsteht. Praktisch: nicht direkt neben Familiendecken, nicht in Windrichtung der Liegewiese. Und wenn Kinder dabei sind: Ein Grill auf Standfüßen ist auf Kinderkopfhöhe – leg den Platz so, dass der Weg zum Wasser nicht am Grill vorbeiführt.
Die Alternative, an die kaum jemand denkt
Wenn dein Wunschsee keine Grillzone hat, gibt es zwei legale Wege, die genauso gut funktionieren:
Das kalte Picknick. Kein Genehmigungsthema, kein Löschwasser, kein Ascheproblem – und bei 30 Grad ehrlich gesagt oft angenehmer, als vor einer Glut zu stehen. Berlin empfiehlt es in seinen eigenen Hinweisen ausdrücklich als Alternative, mit einem Argument, das zählt: Ein Picknick ist nicht auf ausgewiesene Flächen beschränkt. Du darfst es überall.
Der Biergarten am See. Fast jeder größere Badesee hat eine Gastronomie in Laufweite. Wer den Aufwand für Kohle, Transport und Reinigung dagegenrechnet, kommt oft auf ein überraschendes Ergebnis.
D-Ticket Knigge 2026 — Grillausflug ohne Auto
Der Preis Das Deutschlandticket kostet seit Januar 2026 63 Euro im Monat, ermäßigt 43 Euro. (Stand: 1.8.2026 – Preisänderungen sind für 2027 angekündigt, vor der Saison neu prüfen.)
Was ohne Auto realistisch ist Kohlesack, Grill und Kühlbox im Regionalzug sind machbar, aber unhandlich. Praktikabler: kleiner klappbarer Standgrill, Kohle in einer Tüte im Rucksack, Getränke vor Ort kaufen. Wer regelmäßig ohne Auto grillt, fährt mit einem kompakten Gasgrill am besten.
Kein Einweggrill „weil praktisch” Genau die Bequemlichkeit, die ihn für Bahnfahrer attraktiv macht, ist der Grund für seine Verbote. Und die Entsorgung wird zu deinem Problem: Ein heißer Einweggrill kann nicht in den nächsten Mülleimer, und in den Zug erst recht nicht.
Der beste Bahn-Trick: buchbare Plätze Ein reservierter Grillplatz wie am Unterbacher See nimmt dem Bahnausflug die Unsicherheit. Du weißt vorher, dass der Platz frei ist, dass ein Grill steht und dass du nichts Schweres schleppen musst außer Kohle und Essen. Für Ausflüge ohne Auto ist das der eigentliche Gamechanger.
Rückfahrt einplanen Grillen dauert länger als geplant, und die Glut braucht Zeit zum Ablöschen. Rechne mindestens eine halbe Stunde Puffer zwischen „letzte Wurst” und „Zug fährt”.
Geruch im Zug Nach zwei Stunden am Grill riecht die Kleidung entsprechend. Eine Wechseljacke im Rucksack macht die Rückfahrt für alle angenehmer.
Quellen
| Quelle | Wofür |
|---|---|
| Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin – „Besondere Nutzungen” | Grillverbot nach Grünanlagengesetz, Bußgeldhöhen, Spielregeln |
| Stadt Köln – „Grillplätze” (Stand 31.3.2025) | Grunderlaubnis, Verbotsliste, vier eingerichtete Grillplätze, Kölner Stadtordnung § 26 |
| Stadt Essen – „Grillzonen in Essen” (Stand 25.3.2026) | Acht Grillzonen, Bezirksregelung, Brehminsel, Spielregeln |
| Landeshauptstadt Hannover – „Grillen in Hannovers Parks?” (Stand 5.5.2025) und SOG-VO | Duldung, Rahmenbedingungen, Verbotsflächen |
| Landeshauptstadt Düsseldorf – „Grillen im Grünen” und Pressedienst | Graslandfeuerindex-Automatik, drei Freizeitanlagen, Bußgeldrahmen |
| Zweckverband Unterbacher See | Sechs buchbare Grillplätze an Nord- und Südufer |
| Deutscher Wetterdienst | Waldbrandgefahrenindex, Graslandfeuerindex |
Alle Angaben mit Stand 1.8.2026. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Die Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde und ändern sich – verbindlich sind immer die örtliche Satzung und die Beschilderung vor Ort.
Häufige Fragen
- Darf ich am See grillen, wenn kein Verbotsschild steht?
- In aller Regel nein – das ist der häufigste Irrtum. Für Seen und öffentliche Grünanlagen gilt meist die umgekehrte Logik: Grillen ist nur dort zulässig, wo es ausdrücklich erlaubt oder ausgewiesen ist. Ein fehlendes Verbotsschild ist keine Erlaubnis. Es gibt Ausnahmen – Köln etwa erlaubt Grillen auf geeigneten öffentlichen Grünflächen grundsätzlich –, aber verlassen solltest du dich darauf nur, wenn du es für deine Kommune nachgelesen hast.
- Was kostet illegales Grillen wirklich?
- Deutlich weniger, als oft behauptet wird – solange nichts kaputtgeht. Berlin nennt für das Aufstellen eines Grills abseits ausgewiesener Flächen ein Verwarnungs- oder Bußgeld von bis zu 20 Euro. Die oft zitierten 5.000 Euro gelten in Berlin für das Ausheben von Grillgruben oder ähnliche Beschädigungen. In Essen beginnt das Bußgeld für Grillen außerhalb einer Grillzone bei 150 Euro, in Düsseldorf sind bis zu 1.000 Euro möglich. Teuer wird es vor allem, wenn ein Brand entsteht: Dann kommen Schadenersatz und mögliche strafrechtliche Folgen dazu. (Stand: 1.8.2026)
- In welchen Großstädten ist Grillen im Grünen am ehesten möglich?
- Von den geprüften Städten ist Köln am großzügigsten: Grillen auf geeigneten öffentlichen Grünflächen ist grundsätzlich erlaubt, mit einer klaren Verbotsliste. Hannover duldet Grillen in öffentlichen Park- und Grünanlagen unter Auflagen. Düsseldorf duldet es ebenfalls, hebt die Erlaubnis aber automatisch auf, sobald der Grasland-Feuerindex Stufe 4 erreicht. Essen ist am strengsten: Dort ist Grillen nur in acht ausgewiesenen Grillzonen erlaubt. Berlin verbietet Grillen in Grünanlagen grundsätzlich und lässt es nur auf ausgewiesenen Grillflächen zu.
- Gilt das auch für Gasgrills?
- Meist ja. Die Regelungen betreffen in der Regel das Grillen als solches, nicht nur offene Kohleglut. Umgekehrt ist ein Gasgrill dort, wo Kohle problematisch ist, oft die unkompliziertere Wahl – entscheidend bleibt aber die konkrete Satzung und die Beschilderung vor Ort. Hannover zum Beispiel nennt in seinen Rahmenbedingungen ausdrücklich Holzkohle in feuerfesten, mobilen Grillgeräten.
- Warum sind Einweggrills so oft verboten?
- Weil sie direkt auf der Grasnarbe stehen, Brandflecken hinterlassen und oft heiß im Müll landen – eine der häufigsten Brandursachen im Sommer. Köln und Düsseldorf verbieten sie ausdrücklich. Fast überall gilt sinngemäß dieselbe Auflage: ausreichender Abstand zwischen Glut und Boden, also ein handelsüblicher Grill auf Standfüßen.
- Was ist mit Lagerfeuer statt Grill?
- Deutlich strenger geregelt und außerhalb offizieller Feuerstellen praktisch immer verboten. Berlin stellt ausdrücklich klar, dass auch auf ausgewiesenen Grillflächen keine Lagerfeuer erlaubt sind. Was für Grills gilt, gilt für offenes Feuer in verschärfter Form.
- Wie finde ich heraus, ob heute Waldbrandgefahr besteht?
- Über den Waldbrandgefahrenindex und den Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdienstes, die regional und tagesaktuell veröffentlicht werden. Das ist keine reine Vorsichtsmaßnahme: In Düsseldorf greift ab Stufe 4 des Graslandfeuerindex automatisch ein Grillverbot in öffentlichen Grünanlagen, das erst wieder aufgehoben wird, wenn der Index auf Stufe 3 oder darunter fällt.
- Gibt es Grillplätze direkt am See, die man buchen kann?
- Ja, und das ist meistens der entspannteste Weg. Am Unterbacher See in Düsseldorf unterhält der Zweckverband sechs Grillplätze – drei am Nordufer, drei am Südufer –, jeweils mit fest installiertem Grill, Tisch und Sitzgelegenheit. Sie sind reservierungspflichtig und kostenpflichtig, Kohle bringst du selbst mit. Vergleichbare Angebote haben viele bewirtschaftete Strandbäder und Campingplätze.