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Kostenlose Museen in Deutschland

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Ein Museumstag für eine Familie kostet in Deutschland schnell 40 Euro, bevor irgendjemand etwas getrunken hat. Das Erstaunliche ist, wie viele große Häuser gar nichts verlangen – und wie schlecht das bekannt ist.

Diese Liste zeigt dir sieben Museen mit dauerhaft freiem Eintritt, dazu die kostenlosen Tage der großen Sammlungen. Bei jedem steht, wann es geöffnet hat, an welcher Haltestelle du aussteigst – und bei zwei Angeboten, warum sie nicht das sind, wonach sie aussehen.


Kurz gesagt

  • Vier auf einen Schlag: Die Stiftung Haus der Geschichte betreibt vier Museen in Bonn, Leipzig und Berlin. Überall gilt: Eintritt und Angebote sind kostenfrei, alle vier haben Di–Fr 9–18 Uhr und Sa/So/Feiertag 10–18 Uhr geöffnet, montags geschlossen.
  • Das größte Haus: Museum Folkwang Essen – die Sammlung ist seit Juni 2015 dauerhaft eintrittsfrei, seit 2022 von der Stadt finanziert.
  • Täglich offen und frei: Topographie des Terrors in Berlin, 10 bis 20 Uhr, nur am 24., 31. Dezember und 1. Januar geschlossen.
  • Der kostenlose Tag: Staatsgalerie Stuttgart, mittwochs freier Eintritt in die Sammlung statt 8 bis 10 Euro.
  • Zwei Fallen: Der Berliner Museumssonntag ist abgeschafft, und der KölnTag gilt nur für Menschen mit Wohnsitz in Köln – mit Ausweiskontrolle.

Vier Museen, eine Stiftung, kein Eintritt

Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland betreibt vier Museen zur deutschen Zeitgeschichte nach 1945. Auf ihrer eigenen Seite steht der Satz, um den es hier geht: „Eintritt und Angebote sind kostenfrei.“ Das schließt Audioguides ein – in Berlin in zehn Sprachen, dazu in Leichter Sprache und Deutscher Gebärdensprache.

Alle vier Häuser haben identische Zeiten: Dienstag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag und feiertags 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen.

01 — Haus der Geschichte, Bonn

Eintritt: frei · Geöffnet: Di–Fr 9–18, Sa/So/Feiertag 10–18 · Ab Bonn Hbf: rund 7 Min

🚆 Anreise: Stadtbahn 16, 63 oder 66 ab Bonn Hbf bis Heussallee/Museumsmeile, fünf Stationen

Das größte der vier Häuser und der Ausgangspunkt der Bonner Museumsmeile: deutsche Geschichte von 1945 bis heute, auf mehreren Ebenen, mit Originalobjekten vom Rosinenbomber bis zum Plenarsaalgestühl. Fünf Stationen ab dem Hauptbahnhof, auch die Buslinien 610 und 611 halten dort.

💡 Pro-Tipp: Die Museumsmeile bündelt mehrere Häuser an einer Haltestelle. Wer ohnehin in Bonn ist, kombiniert das kostenlose Haus der Geschichte am besten mit den Botanischen Gärten am Poppelsdorfer Schloss – die sind von Montag bis Freitag ebenfalls gratis, siehe unser Guide zu den schönsten Botanischen Gärten.


02 — Zeitgeschichtliches Forum, Leipzig

Eintritt: frei · Geöffnet: Di–Fr 9–18, Sa/So/Feiertag 10–18 · Fußweg ab Hbf: rund 10 Min

🚆 Anreise: Leipzig Hbf, dann zu Fuß zur Grimmaischen Straße 6

Das Leipziger Haus erzählt die Geschichte der DDR, der Teilung und der Friedlichen Revolution – in der Stadt, in der die Montagsdemonstrationen begannen. Es liegt in der Fußgängerzone, zehn Gehminuten vom Hauptbahnhof, mitten im Einkaufsviertel.

Für einen Tagesausflug nach Leipzig ist es damit das naheliegendste Ziel überhaupt: kein Ticket, kein Umweg, keine Vorbestellung. Warum Leipzig insgesamt eine der günstigsten Städte für einen Trip ist, steht in unserem Guide zu den günstigsten Städtetrips Deutschlands.


03 — Tränenpalast, Berlin

Eintritt: frei · Geöffnet: Di–Fr 9–18, Sa/So/Feiertag 10–18 · Lage: direkt am Bahnhof Friedrichstraße

🚆 Anreise: S1, S2, S25, S5, S7, S75, U6 oder Tram M1 und 12 bis Friedrichstraße

Kein Museum dieser Liste liegt näher am Gleis. Der Tränenpalast am Reichstagufer 17 war die Ausreisehalle des Grenzübergangs Friedrichstraße – der Ort, an dem sich Besucher aus dem Westen von ihren Verwandten im Osten verabschiedeten. Daher der Name.

Das Gebäude selbst ist das Exponat, und es steht buchstäblich neben dem Bahnhof, durch den heute sechs S-Bahn-Linien fahren. Wer zwischen zwei Zügen eine Stunde hat, hat genug Zeit.


04 — Museum in der Kulturbrauerei, Berlin

Eintritt: frei · Geöffnet: Di–Fr 9–18, Sa/So/Feiertag 10–18 · Thema: Alltag in der DDR

🚆 Anreise: U2 bis Eberswalder Straße, auch Tram M1, M10 und 12

In der alten Schultheiss-Brauerei im Prenzlauer Berg zeigt das vierte Haus der Stiftung den Alltag in der DDR: Wohnen, Arbeiten, Urlaub, Konsum. Kein Politikmuseum, sondern eines über das Leben zwischen den Vorgaben.

Die Kulturbrauerei selbst ist ein Backsteinareal mit Kino, Clubs und – im Advent – einem eigenen Weihnachtsmarkt. Das Museum ist also selten der einzige Grund, dort auszusteigen.


Drei weitere ohne Kasse

05 — Museum Folkwang, Essen

Sammlung: eintrittsfrei seit Juni 2015 · Geöffnet: Di/Mi und Sa/So 10–18, Do/Fr 10–20, montags zu · Ab Essen Hbf: rund 7 Min Fußweg ab Rüttenscheider Stern

🚆 Anreise: Linien 103, 106, 107 oder U11 ab Essen Hbf bis Rüttenscheider Stern

Das Museum Folkwang war das erste große deutsche Kunstmuseum mit dauerhaft freiem Eintritt in die Sammlung. Begonnen hat die Regelung im Juni 2015, finanziert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung; seit 2022 trägt die Stadt Essen die Kosten, damit es so bleibt.

Was man dafür bekommt, ist keine Nebensammlung: Werke der klassischen Moderne, Fotografie und Plakatkunst in einem Haus, das zu den bedeutendsten Kunstmuseen des Landes zählt.

💡 Pro-Tipp: Kostenlos ist die Sammlung, nicht jede Sonderausstellung. Wer gezielt wegen einer großen Schau anreist, prüft vorher den Preis – wer einfach gute Kunst sehen will, zahlt nichts. Donnerstags und freitags ist bis 20 Uhr offen, das ist die ruhigste Zeit.


06 — Topographie des Terrors, Berlin

Eintritt: frei · Geöffnet: täglich 10–20 Uhr · Geschlossen: nur 24., 31. Dezember und 1. Januar

🚆 Anreise: S-Bahn bis Anhalter Bahnhof oder Potsdamer Platz, U-Bahn bis Potsdamer Platz oder Kochstraße

Das Dokumentationszentrum steht auf dem Gelände der früheren Gestapo- und SS-Zentrale in der Niederkirchnerstraße. Es dokumentiert die Institutionen des NS-Terrors an dem Ort, an dem sie saßen – Innen- und Außenausstellung, entlang eines erhaltenen Stücks der Berliner Mauer.

Praktisch ist es das flexibelste Haus dieser Liste: täglich geöffnet, von 10 bis 20 Uhr, an nur drei Tagen im Jahr geschlossen. Das Freigelände ist bis zur Dämmerung zugänglich, spätestens bis 20 Uhr.


07 — Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, Frankfurt

Eintritt: frei · Geöffnet: täglich 9–17 Uhr, außer samstags · Ab Frankfurt Hbf: U-Bahn bis Dornbusch, dann Bus oder 500 m zu Fuß

🚆 Anreise: U1, U2, U3 oder U8 bis Dornbusch, dann Bus 34 bis Deutsche Bundesbank

Das Geldmuseum der Bundesbank ist der Sonderling dieser Liste – und für Kinder oft der größte Treffer. Es erklärt, was Geld ist, wie Inflation entsteht und wie Geldpolitik funktioniert, und das an einem Ort, der es wissen muss.

Die Öffnungszeiten sind die Eigenart, die man kennen muss: geöffnet ist täglich von 9 bis 17 Uhr, aber nicht am Samstag. Ein spontaner Samstagsbesuch geht also garantiert schief – sonntags dagegen ist offen.


Die kostenlosen Tage – und zwei Fallen

Staatsgalerie Stuttgart, mittwochs frei. Das reguläre Ticket kostet 8 bis 10 Euro, mittwochs ist der Eintritt in die Sammlung frei. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr. Weitere Regentagsziele im Südwesten stehen in unserem Guide zu den Indoor-Aktivitäten in Baden-Württemberg.

München, Paläontologisches Museum. Dauerhaft kostenlos, aber mit Bürozeiten statt Museumszeiten – und nur am ersten Sonntag im Monat auch am Wochenende offen. Die Details stehen in unseren Münchner Insider-Plätzen.

‼️ Falle eins: Der KölnTag ist kein Gratis-Tag für Besucher. Am ersten Donnerstag im Monat haben Kölns städtische Museen bis 22 Uhr geöffnet, und der Eintritt in Sammlungen und Sonderausstellungen ist frei – aber ausdrücklich nur für Menschen mit Wohnsitz in Köln, die den Personalausweis oder ein vergleichbares Dokument vorlegen. Wer als Tagesgast anreist, zahlt regulär. Was in Köln sonst kostenlos ist, steht im Köln-Insider-Guide.

‼️ Falle zwei: Der Berliner Museumssonntag existiert nicht mehr. Das Angebot, an jedem ersten Sonntag im Monat kostenlos in über sechzig Berliner Museen zu kommen, wurde abgeschafft. In vielen Ausflugslisten steht es trotzdem noch. Wer einen Berlin-Sonntag darauf plant, steht vor einer normalen Kasse.


Wie du einen kostenlosen Museumstag planst

Montag ist der schlechteste Tag. Die vier Häuser der Stiftung Haus der Geschichte, das Museum Folkwang und die Staatsgalerie Stuttgart haben montags geschlossen. Wer ausgerechnet am Montag frei hat, geht in die Topographie des Terrors oder ins Frankfurter Geldmuseum – beide sind montags offen.

Samstag ist der zweitschlechteste. Das Geldmuseum schließt genau an dem Tag, an dem die meisten Zeit hätten. Dafür ist es sonntags geöffnet.

Kostenlos heißt kurz bleiben dürfen. Das ist der eigentliche Vorteil, über den selten jemand spricht: Wer nichts bezahlt hat, kann nach vierzig Minuten wieder gehen. Ein kostenloses Museum eignet sich deshalb hervorragend als Lückenfüller zwischen zwei Zügen oder als Regenpause – nicht nur als Tagesprogramm. Weitere Ziele für graue Tage stehen in unserem Guide zu Ausflugszielen an Regentagen.

Die Anfahrt ist im D-Ticket, der Eintritt sowieso frei. Das Deutschlandticket kostet seit dem 1. Januar 2026 63 Euro im Monat, ermäßigt 43 Euro, und bringt dich bei allen sieben Häusern bis vor die Tür. Ab 1. Januar 2027 kostet es 66,80 Euro im Monat (Beschluss des Koordinierungsrats vom 30.9.2026, Stand 1.10.2026; der Preis für 2028 wird im Herbst 2027 festgelegt). Bei diesen Zielen ist die Fahrt der einzige Kostenpunkt des Tages – und den hast du schon bezahlt.


Quellen

Hinweis: Alle Angaben wurden im September 2026 an den offiziellen Seiten der Museen geprüft. Angaben ohne Gewähr – Häuser ändern Öffnungszeiten und Eintrittsregeln, und Sonderausstellungen sind oft von der Gratis-Regel ausgenommen. Prüfe vor der Fahrt die Seite des jeweiligen Museums.

Häufige Fragen

Welche Museen in Deutschland sind dauerhaft kostenlos?
Die vier Museen der Stiftung Haus der Geschichte in Bonn, Leipzig und Berlin, das Museum Folkwang in Essen mit seiner Sammlung, die Topographie des Terrors in Berlin und das Geldmuseum der Bundesbank in Frankfurt. Bei allen ist der Eintritt nicht rabattiert, sondern schlicht nicht vorhanden.
Warum ist das Museum Folkwang kostenlos?
Der freie Eintritt in die Sammlung begann im Juni 2015, finanziert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Seit 2022 trägt die Stadt Essen die Kosten, damit die Regelung dauerhaft bleibt. Für Sonderausstellungen wird weiterhin Eintritt verlangt.
Gibt es in Berlin noch den kostenlosen Museumssonntag?
Nein. Der eintrittsfreie Museumssonntag wurde abgeschafft und findet nicht mehr statt. Viele Ausflugslisten führen ihn noch, deshalb lohnt der Blick auf die Seite des jeweiligen Hauses, bevor man einen Sonntag darauf plant.
Was ist der KölnTag und gilt er für alle?
Der KölnTag ist jeweils der erste Donnerstag im Monat, an dem die städtischen Museen bis 22 Uhr geöffnet haben. Der freie Eintritt gilt allerdings nur für Menschen mit Wohnsitz in Köln, und sie müssen den Personalausweis oder ein vergleichbares Dokument vorzeigen. Für Tagesgäste von außerhalb ist er kein Gratis-Tag.
Welches Museum ist am einfachsten mit der Bahn zu erreichen?
Der Tränenpalast in Berlin. Er steht direkt am Bahnhof Friedrichstraße, der von sechs S-Bahn-Linien, der U6 und zwei Tramlinien bedient wird. Kürzer wird der Weg vom Gleis ins Museum nicht.
An welchem Wochentag sind kostenlose Museen geschlossen?
Meistens montags. Die vier Museen der Stiftung Haus der Geschichte, das Museum Folkwang und die Staatsgalerie Stuttgart haben montags zu. Ausnahmen sind die Topographie des Terrors, die täglich öffnet, und das Geldmuseum in Frankfurt, das ausgerechnet samstags geschlossen ist.
Lohnt sich ein Museumsbesuch als Regenprogramm?
Ja, und kostenlose Häuser besonders, weil der Besuch kurz sein darf. Wer nichts bezahlt hat, geht nach vierzig Minuten wieder, wenn der Regen aufhört – bei 14 Euro Eintritt bleibt man aus Prinzip zwei Stunden.